Reise Périgord - Provence - Alassio im April 1978
Di. 04.04.1978: Winterthur - Le Pont-de-Beauvoisin
Abfahrt Winterthur 11:58, Tanken, Fahrt über Zürich, Autobahn N1/N12 via Bern bis Avry-sur-Matran, Moudon,
Lausanne-Vennes, Autobahn N9/N1 bis Genf (tanken), Perly, St.Julien (Geld wechseln 300.- = 724.50 FF, Kurs 0.414),
Annecy (einkaufen bei Carrefour), Aix-les-Bains, Chambéry N, Autobahn A43 bis Ausfahrt Lac d'Aiguebellette
(6 FF), La Bridoire, Le Pont-de-Beauvoisin, Ankunft ca. 18:30 im Hotel Morris. Bezug der Zimmer 33 (Eltern,
WC, Dusche, Telefon, samtüberzogene Stühle, Spannteppich, Bidet) und 31 (ich, Austattung wie 33 aber ohne WC,
dafür mit Duschkabine). Essen sehr gut, nur ist die Serviertochter seit dem letzten Mal dicker und hässlicher
geworden: Eltern Jambon cru, ich Crudité, Mutter Muscheln, Vater Forelle, ich Rüben und Ochsenfleisch, Mutter
Caille (Wachtel, Kopf leider noch dran, dann Austausch mit Vaters Entrecôte), Kartoffelstock, alle Fromage sec,
Muttr Eis Vanille-Mocca, ich Eis Chartreuse-Praliné, Vater Fruchtsalat, Vichy, Beaujolais.
Landschaftsbeschreibung: Abwechslungsreiche, leicht hüglige, oft von Industriearealen durchsetzte Landschaft
mit Gras, Ackerbaufeldern und Wäldern bis Bern. Nachher Voralpenlandschaft (hügelig, zum Teil bewaldet, Wiesland,
kleine Äcker, weidende Kühe) bis Lausanne. Das etwas mildere Klima entlang dem Genfersee lässt Reben gedeihen,
Obstplantagen, Äcker und einige Fabriken ergänzen das Landschaftsbild. Sehr hübsch ist die Strecke zwischen Genf
und Annecy: Zuerst fällt der Blick auf den Mont Salève, danach überblickt man von der Strasse aus die hügelige
Landschaft mit südlicher Vegetation (ziemlich grüne Bäume und Wiesen). Der Lac de Bourget zeichnet sich vor allem
durch seine Lage inmitten von Bergen aus. Hinter dem Mont du Chat, auf dem noch Schnee liegt, werden Bäume seltener,
die hügelige, von kahlen höheren Hügeln eingetrichterte Landschaft wird oft von Regengüssen heimgesucht, da die
Sonne nicht überall durchdringt, wirkt sie kahl und trüb.
Mi. 05.04.1978: Le Pont-de-Beauvoisin - Beaulieu-sur-Dordogne
Frühstück: Café Complet. Hotelrechnung bezahlen: 256.50 FF. Abfahrt Hotel Morris 10:20, Fahrt über Les Abrets,
La Tour-du-Pin, Bourgoin-Jallieu, Heyrieux, St.Symphorien d'Ozon, Givors, Autobahn A47 via Umfahrung St.Etienne
nach Firminy, RN88 in schnellen Kurven und mit grossen Höhenwechseln via Yssingeaux nach Le Puy (tanken), Orgues
d'Espaly (Picknick und Besichtigung der Orgues d'Espaly - natürliche Steinsäulen von über 10 cm Dicke und ca.
10 Meter Höhe, teilweise senkrecht aufgerichtet, sehen wie riesige Orgelpfeifen aus), sehr gute Strasse nach
Brioude, Massiac, wegen Baustellen Umleitung über St.Flour nach Murat (Umweg 15 km, teilweise enge Haarnadel-
kurven), kurvenreiche Strecke über den Tunnel du Lioran 1153 m.ü.M. nach Aurillac, Rocher du Peintre, Beaulieu-
sur-Dordogne (Ankunft ca. 18:30). Bezug der Zimmer 2 (Eltern) und 15 (ich) im Hôtel Central: Dusche, Bidet,
Feauteuil. Besichtigung der Tympanons der romanischen Kirche. Gutes Nachtessen und charmanate Serviertochter:
alle Potage, Vater moules, ich und Mutter Foie gras, alle Kalbskoteletten und Chicorée, Vater Käseplatte, alle
Eis Grand Marnier, Rotwein Cahors, Vichy.
Landschaftsbeschreibung: Die öfters auftretenden Regengüsse bescheren der Landschaft bis zur Rhone in Givors
eine üppige grüne Vegetation: Waldgruppen, grüne Wiesen, Felder, einzelne Bäume (teils mit etwas Efeu bewachsen),
Gebüsch. Nach der Rhoneüberquerung macht sich bald der Vulkanismus bemerkbar: hügelige Landschaft, Böschungen
mit zum Teil blühenden Bäumen, Gebüsch, Sträucher, Wiesen, vulkanisches Gestein, viele Trauerweiden. Das sehr
industriereiche Gebiet um St.Etienne mit z.T. chemischer Industrie weist viele unschöne Wohnblöcke auf; Beton-
statt Naturlandschaft. Die N88 folgt stellenweise einigen kahlen Hochplateaus, die von den Farben Grün und Braun
(letzteres eher im Herbst) dominiert werden. Nachher taucht die Sicht auf die sehr zahlreichen meist kegelförmigen
Vulkane, die obn bewaldet sind; Le Puy nimmt ein aussergewöhnliche Lage inmitten der letzeren ein. Von weither
erkennbar sind die sich über die Stadt erhebenden ca. 100 Meter hohen Vulkanschlote. Auf dem einen steht eine
Kirche, auf dem anderen eine orangerote Statue. Bis Brioude wird die Landschaft immer "auvergne-artiger": grosse
Waldflächen (nicht allzu üppige und grüne Wälder da Regen seltener) überdecken die zwischen 600 und 1000 m.ü.M.
befindlichen Hügel, später gelangt man in eine etwas kärglich bewachsene Ebene. Nach Brioude wird die Landschaft
immer kahler: Die Bäume sind nicht mehr so stämmig, nach einem Anstieg durch einn Wald bis auf 1000 m.ü.M. findet
man nur noch braunes Gras und kärgliche Vegetation. St.Flour ist auf einem Felsen errichtet, in einer um eine Spur
grünlicheren Landschaft. Von einem steppenartigen Plateau hat man stets den verschneiten Plomb du Cantal im Blick-
feld, dann steigt man in einem öden Tal zum Tunnel du Lioran empor. Hinter demselben befinden sich kahle, braune
Hänge und einzelne Bäume. Weiter unten wird das Tal grüner, und es ist von Bäumen, Moosen und Flechten gesäumt.
Hinter Aurillac gelangt man in ein Gestrüppdickicht, vermischt mit extrem grünem Gras und efeubewachsenen Bäumen.
Der Roche du Peintre überhängt die 400 Meter tiefe Schlucht des Célé, dessen Wände durch die noch nicht blühenden
Bäume und Sträucher braun gefärbt sind. Talabwärts entdeckt man sich überdeckende Hügel, die geringen Farbnuancen
unterworfen sind. Beaulieu liegt an der blaugrünen Dordogne und in einer für die Gegend typischen Landschaft: extrem
grüne Wiesen, efeubewachsene Bäume und viele Schlösser.
Do. 06.04.1978: Beaulieu-sur-Dordogne - Gourdon
Frühstück: Café Complet, Hotelrechnung bezahlen: 233.30 FF. Abfahrt Beaulieu 10:19, Fahrt über Bretenoux, La
Poujade, Padirac (Besichtigung des Gouffre de Padirac 13.50 FF pro Person), Rocamadour (Picknick und Besichtigung),
Meyrignac, St.Sozy, Laumède, Souillac, Salat-la-Canéda (Besichtigung, Eltern Kaffee), La Roque-Gageac, Domme,
danach sehr schöne Strecke mit Felspassagen zum Château de Montfort, Ankunft in Gourdon 18:00. Bezug der Zimmer 5
(Eltern; WC, Bad, Blick auf Gourdon auch von der WC-Schüssel aus) und 8 (ich, Bidet) in der Hostellerie de la
Bouriane. Spazieren, ich Aussichtspunkt T.C.F., Eltern Plastiktischtuch kaufen. Hervorragendes Nachtessen: alle
Hors d'oeuvre, Mutter Truite au Jambon, Vater Truite Meunière, ich Filet d'aigle (Fisch), Eltern contrefilet Bercy,
ich Andouillette, Erbsen, Tomaten, Artischockenböden, Rotwein Cahors, Vichy, Fromage sec, Eis Cassis-Pistache.
Schlafen in den sehr schönen Zimmern.
Landschaftsbeschreibung: Saftige Wiesen mit Blumen säumen die Ränder des Dordogne-Tals auf dieser Höhe. Nach
kurzem Aufstieg gelangt man in die Causse, die aber längst nicht so kahl ist wie in den Cevennen: Bäume und Sträucher
mischen sich unter die etwas steinigen Wiesen, auf denen Schafe jeden Alters und jeder Grösse weiden. Auch hier trifft
man Karstformen an. Der Gouffre de Padirac ist eine wunderschöne Höhle mit unterirdischem Fluss, der sich zuerst
über einen Wasserfall ergiesst und dann im in eigener Arbeit ausgefressen Canyon (Höhe 5-20 Meter) in den Lac de
Pluie fliesst, wo ein dicker Stalaktit bis fast an die Oberfläche reicht. Die 78 Meter hohe Kuppel ist durch den
Einsturz der unteren 90% der Kalkschicht entstanden. Das heruntergestürzte Material bildet einen Kegelstumpf, auf
dem sich das durch die Decke infiltrierte Wasser vom Lac Supérieur ansammelt. Nicht minder sehenswert ist Rocamadour,
ein berühmter Pilgerort mit Schloss und kirchlichem Zentrum. Die Häuser wirken wie angeklebt an die senkrecht ab-
fallenden Wände des Canyon de l'Alzou. Die Kleinstadt Sarlat-la-Canéda besticht durch ganze Quartiere mit nach den
Renovationsarbeiten voll zur Geltung kommenden Häusern aus gelbem Stein aus dem 13.-17. Jahrhundert und die vielen
geschmackvoll eingerichteten Boutiquen. La Roque-Gageac gilt als das schönste Dorf Frankreichs, die gelben Häuser
wurden auf engem Raum zwischen die steilen, gelb- bis ockerfarbenen Felswände und den Fluss Dordogne hineingebaut,
dessen Ufer Gras, efeubewachsene Bäume und teilweise Sandbänke säumen. Das hübsche Dörfchen Domme hingegen nimmt eine
majestätische Lage hoch oben über der Dordogne ein und bietet ein unvergleichliches Panorama auf das Tal der Dordogne
und das dahinter beginnende Hügelland. Das Château de Montfort ist ein imposantes orangefarbenes Schloss, welches
auf einem überhängenden Felsen errichtet wurde. Die unmittelbar darunter fliessende Dordogne wird von Schilf und
hohen Bäumen begrenzt; gleich dahinter beginnt eine extrem grüne Graslandschaft mit vereinzelten Baumreihen. Leider
hatte die Dordogne gerade Hochwasser, wodurch uns die deren romantischen Sandbänke verborgen blieben.
Fr. 07.04.1978: Gourdon - La Barben
Frühstück: Café Complet, Hotelrechnung bezahlen: 243 FF. Abfahrt Gourdon 10:38, Fahrt über Pont-de-Rhodes, Livernon,
Figeac (tanken), sehr gute Strasse über Decazeville nach Capdenac, Rodez (Picknick 7 km nach Rodez), Laissac, Strasse
mit schweren Belagschäden bis Sévérac-le-Château, dann weiter auf der RN9 (viele Baustellen wegen Ausbauarbeiten) bis
Millau (Kaffeepause und Einkaufen), rasante Fahrt über die Causse de Larzac bis Le Caylar, Umleitung Richtung Lodève
via St.Pierre-de-la-Fage, ab dort nehmen wir die um 11 km kürzere Strasse via La Vacquerie, die sich als landschaftlich
sehr reizvoll herausstellt, auch wenn sie etwas schmal ist, Montpeyroux (Wein kaufen), Gignac, Montpellier, Lunel,
Aimargues, Strasse mit engen Kurven nach Arles, welches wir auf der breiten Rhonebrücke umfahren, Salon de Provence,
Pélissane, Ankunft La Barben 19:49. Die uns in der Reception des Hotels La Touloubre empfangende Tochter des Hauses ist
bildhübsch. Bezug der Zimmer 11 (Eltern) und 10 (ich): Lavabo, Bidet, Telefon, Insektenschutzgitter. Sehr gutes Nachtessen:
Eltern Jambon cru, ich Pâté, Mutter Poulet, Vater Truite Meunière, ich Spanferkelpfeffer, Kartoffeln, Fromage sec, Mutter
und ich Fruchtsalat in Schnaps, Vater Apfelkuchen, Rosé de Provence, Vichy.
Landschaftsbeschreibung: Zwischen der RN20 und Figeac fahrt man über die Causse de Gramat, die von etwas kärglichen
Wiesen bewachsen ist. Mit guter Düngung ist Landwirtschaft möglich. Die Grundstücke sind hier durch Steinwälle abge-
grenzt. Die RN662 folgt zuerst dem Lot und durchzieht dann bis Rodez eine Hügellandschaft mit Gras, rotbraunen Äckern
und in den Mulden schlanken Bäumen. Auf der nachfolgenden Strecke bis Sévérac-le-Château, immer auf ca. 700 m.ü.M.,
sind die Hügel nicht mehr so grün, die Landschaft ist sehr abgeschieden und etwas eintönig. Danach gelangt man über
eine bräunlichere und steinigere Landschaft mit vereinzelten Bäumen und Äckern nach Millau. Nach einer rasanten Berg-
fahrt befindet man sich auf der unvergleichlich schönen Causse du Larzac. Auf dieser unendlich weiten Steppe mit ver-
einzelten Bäumchen sind durch den Einfluss des versickernden Wassers verschiedenartigste Gebilde aus Kalkstein ent-
standen. Kurz vor dem Abstieg in den Küstenstrich des Départements Hérault sind die Felsengebilde noch grösser und
zahlreicher, aber die Einflüsse des mediterranen Klimas lassen hier Gebüsch und Bäume aus den Felsritzen herauswachsen.
Im Künstenstrich gedeihen Weinreben und mediterrane Pinien, auch Äcker sind angelegt. Sträucher ergänzen das schöne
Landschaftsbild. Bis Montpellier fährt man durch einen Pinienwald, danach streift man den Rand der Camargue. Dort
findet man Gras, Schilf, knorrige Weinstöcke, manchmal Bäume und Sträucher, Reis- und Lavendelfelder, später auch noch
üppige Bewachsung durh Pinien und Zypressen, also eine sehr schöne Landschaft!
Sa. 08.04.1978: La Barben - Alassio
Frühstück: Café Complet, Hotelrechnung bezahlen: 235 FF. Abfahrt La Barben 09:41, Fahrt über Umfahrung Aix-en-Provence,
St.Maximin-la-Sainte-Baume (tanken, Brot kaufen, uralte romanische Kirche anschauen), Einfahrt Fréjus NW in Autobahn A8,
Fahrt bis Ausfahrt Les Adrets (5.50 FF), Picknick am Lac St.Cassien, Grasse (leider durch Hochhäuser verschandelt), Nice
(kilometerweise nur Hochhäuser), Grand Corniche mit vielen engen Kurven über Belvédère d'Eze (spektakulärer Ausblick auf
Beaulieu und das Cap Ferrat) und das Hotel Vistaëro nach Roquebrune-Cap-Martin (Touristenstädtchen anschauen), weiter
über Autobahn A8/A10 bis Ausfahrt Ventimiglia (750 Lire Autobahngebühr, tanken mit Benzincoupons, Kaffeepause), weiter
dem Meer nach mit Ortsdurchfahrten in zähflüssigem Verkehr durch Ventimiglia, Bordighera, Ospetaletti, Sanremo, Arma di
Taggia (Schnaps kaufen, ich Eis), Imperia, Laigueglia (nach einem Hotel umsehen), Alassio (Ankunft 18:15). Nach Fragen
eines altes Mannes Bezug der Zimmer 10 (ich) und 5 (Eltern) in der Pensione Villa Erica. Hier bleiben wir 5 Tage und ge-
niessen die Vorteile der Vollpension: Hervorragendes Essen, gekocht von der Frau des Besitzers. Diese Pension liegt in
erhöhter Lage in der Bucht von Alassio und gewährt einen weiten Ausblick aufs Meer. Die Besitzer Vittorio (42) und
Teresa (38) del Pero sind sehr sympathisch und humorvoll.
Landschaftsbeschreibung: Durch einen dichten Pinienwald erreicht man eine kleine Brücke über den türkisfarbenen
Touloubre und die RN 572, welche durch Pinien- und Zypressenhaine in Richtung Aix-en-Provence führt. Nach Aix-en-Provence
prägen Roterdeböden, Gebüsch und steinige Hügel das Landschaftsbild, nach St.Maximin kommen auch Rebstöcke hinzu und
nach Vidauban blühende Bäume und Gestrüpp. Sehr üppig bewachsene Hügel finden wir entlang der Autobahn A8 in der Chaîne
de l'Esterel. Ab Grasse eindeutig maritime Vegetation entlang der steilen Küste: Palmen, Magnolien, Pinien, Orangenbäume
und häufig mehr oder weniger verschandelte Tourismuszentren. Roquebrune-Cap-Martin ist ein hübsches in die Felsen hin-
eingehauenes Städtchen mit romantischen, teils mit Bögen überdeckten Gässchen und einem Schloss. Die italienische Riviera
del Ponente entzückt den Touristen durch ihre farbenprächtige Flora und das hellblaue Meer.
So. 09.04.1978: Alassio
Morgens Städtchen, nachmittags Aussichtspunkt oberhalb Kap Santa Croce.
Mo. 10.04.1978: Alassio
Morgens Albenga (Alfa in die Autowerkstatt Gerini bringen zwecks Generalrevision, Baptisterium aus dem 5.Jh., schöne
Kirche), Fahrt mit Bus zurück nach Alassio. Nachmittags ich lesen und Badewanne, Eltern Vaccarezza (Mutters Schuhe
reparieren lassen).
Di. 11.04.1978: Alassio
Dem Strand nach spazieren in beide Richtungen, geflickte Schuhe bei Vaccarezza abholen. Eine neu in der Pension angekommene
ältere Dame schwatzt Mutter fast zu Tode.
Mi. 12.04.1978: Alassio
Morgens mit dem Bus nach Albenga (Alfa abholen, diverse Einkäufe auf dem Mercato, Blick auf die frisch verschneiten Berg-
kuppen der Apenninen. Nachmittags spazieren in Alassio. Wetterbericht im Fernsehen: Genf -3 Grad, Schnee in Deutschland,
Nordfrankreich und England, schlechtes Wetter in Süditalien, aber an der Riviera "nur" bewölkt.
Do. 13.04.1978: Alassio
Morgens Städtchen (Mantel für Mutter und Hosen für mich kaufen), Nachmittags Eltern mit der schwatzhaften Frau und ihrem
alten Mann nach Andora zwecks Anschauen einer Überbauung. Ich Korrektur der sehr fehlerhaften Deutschübungen der schwatz-
haften Frau und Spazirgang zum Aussichtspunkt oberhalb Kap S. Croce. Abends nochmals Spaziergang im Städtchen und Rechnung
der Pension bezahlen: 151'650 Lire.
Fr. 14.04.1978: Alassio - Winterthur
Morgens Hagel und Regen, Abfahrt Alassio 09:35, Fahrt über Savona Ovest, Autobahn A10 bis Autobahndreieck Voltri, Auto-
bahn A26 (sechsspurig, erst im Sommer 1977 eröffnet) in rasanter Fahrt über Viadukte und lange Tunnels (zum Teil Gegen-
verkehr oder 2 der 3 Spuren gesperrt, da eine Brücke noch nicht fertig ist und in den Tunnels die Beleuchtung noch nicht
überall fertig installiert ist) bis zur Ausfahrt Ovada (1'300 Lire), Novi Ligure, Rivalta Scrivia (einkaufen), Sale,
Lomello (tanken), Mortara, Gravellona, Umfahrungen Cassolnovo und Treacte, Galliate, Turbigo, Nosata, hinter dem Flughafen
Malpensa durch nach Somma Lombardo, Vergiate, Azzate, Umfahrung Varese, Lozza (Picknick), Vedano, Malnate (Kaffeepause),
Gaggiolo (tanken nach dem Zoll), Einfahrt Mendrisio in Autobahn N2, Fahrt über Monte Ceneri, Bellinzona, San Bernardino
Tunnel (viel Neuschnee aber Strasse geräumt), Thusis, Umfahrung Chur, Autobahn N3 bis Walensee, Weesen, Niederurnen (Ein-
kaufen im Migros), Schänis, Schmerikon, Rüti, Fehaltorf, Weisslingen, Kollbrunn, Winterthur (Ankunft 19:40).
Landschaftsbeschreibung: Bis Savona ist die Küste etwas felsiger und weniger grün, dann macht sich die Flora wieder
stärker bemerkbar. Die sechsspurige Autobahn A26 frisst sich in tollkühnen Viadukten und langen Tunnels durch den kahlen,
steinigen Apennin (Schnee oberhalb 1000 m.ü.M.). Die ganze Poebene wirkt eintönig: Grüne Wiesen, Reisfelder, Pappel- und
Birkengruppen, viel Industrie; viel Nebel und Regen, stark besiedeltes Gebiet. Der Kanton Tessin geniesst ein mildes
Klima; die Gebüsche und Bäume stellen einen Übergang dar zwischen maritimer Vegetation und Tannen- und Laubbäumen, viele
Kastanien und Föhren, wenige Palmen. Bis zum San Bernardino-Tunnel wird die Landschaft immer kahler und felsiger, jen-
seits desselben gesellen sich Humus und Gebüsch zu sonstigen alpinen Formen; zum Teil nur noch Felsen, vereinzelte Tannen
und Föhren, z.B. in der Via Mala Schlucht. Bis Landquart werden moosartiger Humus und Gebüsch häufiger, auch Ackerbau ist
wieder möglich, z.T. Reben. Bis zum Walensee grüne Ebene mit vielen Baumreihen, zu beiden Seiten erheben sich die immer
kahler bewaldeten Berge. Die Ränder der Linthebene sind hügelig und deuten auf die Tätigkeit der Gletscher; sie sind häu-
fig bewaldet. Die Strecke Rüti-Winterthur ist leicht gewellt und weist neben einzelnen Bäumen oder Baumgruppen viele Äcker
auf.