Reise nach La Fosca im Oktober 1977
So. 02.10.1977: Winterthur -Aurec-s-Loire
Abfahrt Winterthur 09:37, Fahrt über Autobahn N1 bis Ausfahrt Gerlafingen, weiter via Biberist, dann durch
hübsche Bauerndörfer via Biberist und Schnottwil nach Lyss, Aarberg, Finsterhennen, Ins, Autobahn N5 bis
Neuchâtel, Fleurier (tanken), Les Verrières (Kaffeehalt im Hôtel de la Gare, die Schinkenbrötchen hatten
wir schon vorher im Auto verzehrt), Pontarlier, Chaffois, Umweitung über Chapelle d'Huin und Boujailles
nach Censeau, weiter über Champagnole, Cirque de Baume (riesiger Kessel, der im oberen Teil durch einen Ring
von Kalkfelsen begrenzt ist, unten befindet sich wie in einer grünen Oase ein kleines Dorf), Lons-le-Saunier,
Bourg-en-Bresse, Châtillon-sur-Chalaronne, Einfahrt Villefranche in Autobahn A6, Fahrt bis Lyon-Vaise (1 FF),
Tassin, Brignais, Einfahrt Rive-de-Gier in taxfreie Autobahn A47, via Umfahrung St.Etienne bis zum Autobahn-
ende in Firminy, dann weiter bis Aurec-sur-Loire. Ankunft um 17:34 im Hotel Watelet, Bezug der Zimmer 10 (Eltern,
Bidet und Dusche) und 12 (ich, Bidet). Nachtessen recht: Ich und Mutter Crudité, Friture (kleine Fische), Omelette
Fines Herbes und Mineralwasser, Mutter Eis Cassis-Vanille, ich Eis Cassis-Citron, Vater Terrine, Côte du Porc,
Kartoffelkroketten, Käseplatte und Rotwein Côte du Rhône. Von einer nahen Fabrik ertönt leider ein ein hohes
Surren, das meine Mutter am Schlafen hindert.
Landschaftsbeschreibung: Nach einer abwechslungsreichen, leicht hügeligen, oft von Industriearealen durch-
setzten Landschaft (Gras, Ackerbaufelder, Wälder) entlang der N1 folgen wir einem Vorhügel des Juras und kommen
schliesslich in die dem Zihlkanal folgende kahle Ebene vor Neuchâtel. Nachher säumen Laubbäume und oben heraus-
ragende Felsen, vereinzelte Steine und kleine Weideflächen das Bild. Der französische Jura ist viel flacher,
Laubwälder befinden sich am Rand der steppenartigen Weiden. Nach Lons-le-Saunier durchfährt man eine teilweise
landwirtschaftlich genutzte Zone mit Graswirtschaft. Bäume und Gebüsch vereinigen sich mit den sehr grünen
Wiesen zueinem eher südlichen Charakter, der ein mildes Klima vermuten lässt. Die Dombes ist eine feuchte
grüne Ebene mit vielen kleinen Seen und Teichen. Die hügeligen Ränder des Rhône-Saône-Grabens vor Lyon sind
auf liebliche Weise mit Weinreben und Gebüsch geschmückt. Die hässlichen Industrievororte von St.Etienne hingegen
hinterlassen keine landschaftlich reizvolle Eindrücke.
Mo. 03.10.1977: Aurec-sur-Loire - Millau
Frühstück: Café Complet. Hotelrechnung bezahlen: 190 FF. Abfahrt Aurec 09:20, Fahrt über Monistrol und die sehr
gut ausgebaute N88 mit weiten Kurven über Yssingeaux nach Le Puy (tanken). Le Puy erhebt sich am Fuss einiger
Vulkane, von den nur noch aus erstarrtem Magma bestehende Schlot erhalten geblieben ist. Auf dem Gipfel eines
dieser Vulkane wurde eine Kirche errichtet, auf einem anderen Vulkangipfel eine Statue. Über einige enge und
steile, aber romantische Gässchen erreichten wir die überaus schöne Kathedrale mit luxuriöser Innenausstattung.
Leider war die Türe zum Tresor (mit weiteren Sehenswürdigkeiten) verriegelt. Weiterfahrt über Langogne, dann
auf ziemlich kurvenreicher Strasse über Châteauneuf-du-Randon (gutes Mittagessen in Weiler l'Habitarelle:
Quiche Lorraine, Terrine, Poulet, Pommes de Terre, Apfeltorte, Käseplatte, Vichy, Rotwein, total 67.60 FF),
Mende (im Syndicat d'Initiative mit hübschen diensthabenden Fräulein nach den Öffnungszeiten des Aven Armand
fragen, leider ist dieser geschlossen), dann auf schmalem Strässchen (ca. 5 Meter) über die Causse de Sauveterre
nach Sainte-Enimie, dann den tief eingeschnittenen, von der übrigen Umgebung isolierten Gorges du Tarn nach,
die teilweise von riesigen Feldswänden überragt werden. In der Nähe des Flusses herrscht stets grüne Vegetation,
Bäume wachsen in der gesamten Schlucht. Oberhalb von Les Détroits sieht dre Betrachter nur mit Mühe auf den dort
ganz dunkelblauen Fluss, der praktisch von Felsformationen eingekreist ist. In Le Rozier verlassen wir die Gorges
du Tarn und fahren unter Überwindung einiger Haarnadelkurven hoch auf die Causse Noir zwecks Besichtigung der
berühmten Felsformationen von Montpellier-le-Vieux. Dort findet man chaotisch und wild in der Gegend verteilte
Felsen, welche die bizarrsten Formen annehmen (z.B. Kamel, Bär, Elefant), inmitten von Laubbäumen und sandartigem
Staub, der aber nicht an den Schuhen haften bleibt. Vom Aussichtsturm "Douminal" aus überblickt man die Gesamtheit
dieser Felsen, die eine ganz abschüssige Halde dominieren. Weiterfahrt nach Millau (Ankunft 1758), Bezug der
Zimmer 38 (Eltern) und 39 (ich) im Hotel "Mon Hôtel". Sehr gutes Nachtessen im Hôtel de Paris et de la Poste:
Mutter und ich Hors d'oeuvres, Lentilles, Pommes de Terre, Rôti de Porc, ich Eis Vanille-Caramel, Mutter Zwetschgen-
torte, Vater Pâté, Truite meunière und Reis, dazu Rotwein St.Saturnin aus dem Département Hérault, Käse und Mineral-
wasser, total 65.50 FF. Spaziergang im nächtlichen Millau, das eine angenehme Atmosphäre ausstrahlt und viele
hübschen Boutiquen aufweist, die hauptsächlich sehr schön verarbeitete Handschuhe anbieten.
Landschaftsbeschreibung: Zwischen Aurec und Monistrol folgt die Strasse den steil abfallenden Hängen der Loire
in einer ausserordentlich hübschen Gegend, die durch Gestrüppdickicht, efeubewachsene Laubbäume, teils Fichten-
bäume und üppiges Grün gebildet ist. Die N88 folgt stellenweise einigen kahlen Hochpleateaus, die von den Farben
Grün und Braun dominiert werden. Nachher taucht die Sicht auf die sehr zahlreichen, meist kegelförmigen Vulkane,
die oben bewaldet sind. Le Puy nimmt eine aussergewöhnliche Lage inmitten der letzteren ein. Lichte Waldungen mit
Föhren, Gestrüppe und später auch Weiden geben der nun folgenden Landschaft bis Mende einen eher traurig stimmenden
Charkater. Die Causse de Sauveterre ist eine mit einer Kalkschicht bedeckte Hochebene, die durch die Einflüsse des
versickernden Wassers leicht hügelig geworden ist. Auf den heutigen Betrachter wirkt sie ausserordentlich kahl,
leer, steppenartig, unbewohnt, mit vereinzelten Bäumchen durchsetzt. Die Causse Noir (nach der Passage der Gorges
du Tarn) ist von Jungaufforstungen geprägt.
Di. 04.10.1977: Millau - La Fosca
Sehr gutes Frühstück (Café Complet), Hotelrechnung bezahlen: 81.50 FF. Abfahrt Millau 09:38, Fahrt auf sehr guter
Strasse über le Caylar (rasante Fahrt über die Causse du Larzac), St.Pierre-de-la-Fage, St.Maurice-Navacelles,
Cirque de Navacelles (riesiger Kessel, in dem die Sonneneinstrahlung voll zur Geltung kommt, der Kessel wirkt
dadurch wie von der Sonne gebleicht. Zuunterst im Kesselt sprudelt in angenehmer Kühle das Flüsschen Vis über
einen Wasserfall und dann an einer 50 Meter hohen Felswand vorbei). Fahrt zurück über das abenteurliche, 3-4
Meter breite Strässchen den Kessel hinauf (Fahrt behindert durch Ziegenherde mit verwahrlost aussehender Hirtin),
St.Pierre-de-la-Fage, Lodève, Lac du Salagou (Stausee), Octon, Salasc, Cirque de Mourèze (Felsenchaos ähnlich
wie Montpellier-le-Vieux, aber mit kleineren und auf engerem Raum verteilten Felsen, welche dafür in einer
ausserordentlich einladenden, fast mediterranen Gegend stehen mit Sand, Pinien und Zypressen), Clermont-l'Hérault
(Hervorragendes Mittagessen im Hôtel Terminus: alle Hors d'oeuvre, Bouchées à la Reine, Eltern Bohnen, ich Blumenkohl
mit Essig, alle Rôti de veau, Käse, Früchte, ich Eis Vanille-Chocolat, sehr guter Rotwein "Rieumon" aus Aspiran, den
auch ich gekostet habe bis mich ein Zustand leichter Benommenheit erreicht hat, 2 Cafés, total 82 FF, plus eine Flasche
Rieumon zum Mitnehmen für 2.80 FF), Pézenas, Béziers Est, Autobahn A9 bis zu ihrem vorläufigen Ende in Narbonne Ouest
(4 FF), Perpignan, Le Perthus, Umfahrung Figueras, Sarriá de Ter, La Bisbal, Palamós, San Esteban de la Fosca (Ankunft
18:20, der Ort war uns noch bekannt vom Urlaub im Frühling 1974). Bezug der Wohnung 309 im Edificio El Wasela mit
Bad, Küche, Durchreiche, Schlafzimmer, Balkon. Miete für 6 Nächte im Voraus zu bezahlen: 3'900 Ptas. Gutes Nachtessen
in der Snack-Bar la Miranda: Vater Merzluza (Kabeljau) und Pommes frites, Mutter Calamares, ich Plato Palamós,
Weisswein, 1 1/2 Liter Milch, total 550 Ptas. Tanken.
Landschaftsbeschreibung: Die Causse du Larzac ist eine unendliche weite Steppe, auf dessen gelbem Gras vereinzelte
Bäumchen wachsen und manchmal Steine herumliegen. Man könnte meinen, man sei in Afrika. Allmählich kommt man in
mediterrane Gegenden. Am Ufer des Lac du Dalagou wächst Gestrüpp aus dem Roterdeboden heraus, die Umgebung des
Cirque de Mourèze ist auch mit Sand, Pinien und Zypressen bestückt. Bis nach Béziers fährt man durch eine hügelige
Landschaft vielfarbigen Charakters, unten wachsen Büsche und Weinreben, oben auch Bäume. Vereinzelte Äcker sind
angelegt. Die Landschaft von Béziers bis Palamós ist nicht sehr abwechslungsreich, sie wirkt fast langweilig und
kalt, denn sie ist stark vom Mistral durchblasen und auch nicht extrem landwirtschaftlich genutzt.
Mi. 05.10.1977: La Fosca
Baden im Meer, Einkaufen in Palamos. Gutes und preiswertes Essen im Restaurant El Delfin: 3 x Menu del dia:
Merluza, Pommes fristes, Vino Rosado oder Blanco oder Tinto oder Mineralwasser, Eis = 190 Ptas pro Person.
Nachmittags nochmals baden, abends spazieren in Palamos. Eis in der Snack-Bar Monica: Mutter Copa Palamos,
ich Copa Tropical.
Do. 06.10.1977: La Fosca, Ausflug Cabo Sa Sal
Morgens Fussmarsch nach Palamos, einkaufen, Mittagessen im Restaurant El Delfin (Bedienung besteht aus einem
sympathischen Kellner und einer finsteren, gefühlskalten spanischen Serviertochter): 3 x Paella, schwerer Rotwein,
Mineralwasser, Mutter Crocant-Eis, ich Eisspezialität Pijama, Vater Kaffee, total 1'040 Ptas. Nachmittags Ausflugs-
fahrt über Regencós, Bagur, Hotel Cabo sa Sal (Luxushotel in ausserordentlich schöner Lage, geschmackvoll in die
Felsen eingemisselt, Pinienwald, türkisfarbenes Meer, das gegen bräunlich-rote Felsen prallt), Bagur (Anschauen
einiger Touristenvillen, die zum Teil noch zu verkaufen sind, aber überhaupt keinen Reiz ausstrahlen, da sie zu
nahe aufeinander gebaut sind, keinen Blick aufs Meer gewähren und überhaupt weit von diesem entfernt sind, auch
kein gemütliches Städtchen in der Nähe), Palafrugell (einkaufen: Brot, Milch, Schuhe für Vater 2'000 Ptas), La
Fosca. Tanken.
Fr. 07.10.1977: La Fosca, Ausflug S'Agaro und Playa de Aro
Am morgen Regen, nachdem wir bis jetzt ständig schönstes Wetter geniessen konnten. Ausflug nach Palamos, Essen im
El Delfin: Vater Menu del dia, Mutter Tournedos mit Champignons, ich Escalopa de ternero milanesa und gemischtes
Eis, Rotwein, Mineralwasser, total 765 Ptas. Weiterfahrt über Playa de Aro, S'Agaro (sehr schöne, romantische
Strandpromenade mit Pinien und Kakteen, wiederum Sicht auf das wilde Wellen werfende türkisblaue Meer und auf
rote Felsen, Vater Kostprobe des Cognacs, den er am Morgen in Palamos gekauft hatte), San Feliu de Guixols (kurzer
Abstecher zu einem Hügel mit Meersicht), Playa de Aro (sehr schöne moderne Boutiquen und Fussgängerzonen, Mutter
Portemonnaie und Ledermantel (14'600 Ptas), letzteren unten kürzen lassen), la Fosca.
Sa. 08.10.1977: La Fosca
Morgens Marsch nach Palamos, einkaufen, Eigentumswohnung der Agencia Picamal anschauen, Mittagessen zu Hause: Salat,
frisches Brot, Wurst. Nachmittags baden im wieder welligen Meer. Abends Fahrt nach Playa de Aro (Ledermantel abholen).
Rückfahrt via Palamos (Vater Barberia=Coiffeur, Mittagessen im El Delfin: Vater Canneloni, Langusten und Kaffee,
Mutter Melonen mit Schinken, Calamares und Krokant-Eis, ich Canneloni, Calamares und Crema Catalana, Mineralwasser,
Weisswein, total 1'480 Ptas) nach La Fosca.
So. 09.10.1977: La Fosca
Das neue Edificio San Esteban II anschauen (im Bau, prächtige Meersicht) in Begleitung des sehr charmanten jungen
Häusermaklers der Agentur Promotec, dessen Büro sich in der Reception der Überbauung Forcamar befindet, der auch
das Edificio El Wasela angehört. Mittagessen im El Defin: 3 x Menu del dia und 2 cafés, total 640 Ptas. Nachmittags
baden im Meer, abends spazieren in Palamos, Entdecken des Spielsalons wo man überschüssiges Geld loswerden kann.
Mo. 10.10.1977: La Fosca - Le Grau-du-Roi
Morgens Einkaufen im Städtchen, Schuhe für mich = 1'550 Ptas, Weiss- und Rotwein. Mittagessen zuhause: frisches
Brot und Wurst. Abfahrt La Fosca 14:19, tanken, Fahrt über La Bisbal, Verges, Umfahrung Figueras, Le Perthus,
Perpignan, Narbonne, Autobahn A9 Umfahrung Béziers (1 FF), Umfahrung Agde, Fahrt nach Sète mit Blick rechts aufs
ganz ruhige blaue Meer und links auf den Etang de Thau, im abendlichen Stossverkehr durch Sète hindurch, Frontignan,
Mireval, Villeneuve, Palavas, Carnon, Irrfahrt durch das schlecht beschriftete La Grande Motte mit chaotischem
System von Einbahnstrassen und Sackgassen und Blick auf futuristische Formen von Hochhäusern und Hotelklötzen, 18:48
Ankunft in Le Grau-du-Roi. Bezug des Zimmers 2 (Bidet, Balkon mit Meersicht) im Hotel Miramar. Nachtessen recht:
Vater Terrine au Lièvre, Encornet farci (Fleischvogel), Mutter und ich Hors d'oeuvre, Coquilles Fruits de Mer,
Nudeln, Vanille-Eis, Rosé Côte de Provence, Mineralwasser Vals. Nächtlicher Ausflug nach La Grande-Motte,
danach bei Ausfahrt aus Parkplatz Telefonstange touchiert, 10 cm tiefe Beule in hinterer Stossstange, Hinterteil
deformiert und Beule im Kofferraumdeckel, Kofferraum lässt sich aber zum Glück noch öffnen und schliessen.
In Bar Le Baylone Kaffee und Pepsi, danach Rückfahrt ins Hotel. Schnakenjagd im Hotelzimmer.
Landschaftsbeschreibung: Zwischen Palamos und Béziers ist die Landschaft kahl aber leicht mediterran. Schöner
Sandstrand zwischen Agde und Sète, dafür ist die Küste flach und langweilig, Palmen fehlen.
Di. 11.10.1977: Le Grau-du-Roi - Winterthur
Katzengeheul etwa um 03:00, Vertreiben der Katze. Frühstück Café Complet, Rechnung bezahlen 156 FF. Abfahrt 09:07,
Fahrt über Aigues-Mortes, Aimargues, Milhaud, Umfahrung Nîmes, Remoulins, Bagnols-sur-Cèze, Pont-St-Esprit, via
D63 auf die N7, die zwar durchgehend dreispurig ist, aber viele Lichtsignalanlagen aufweist und auf der hinter
jeder Ecke ein paar Polizisten auf die Verkehrssünder lauern, ganz im Gegensatz zum friedlichen Massif Central,
wo wir keinen einzigen Ordnungshüter angetroffen hatten. Fahrt über Pierrelatte, Umfahrung Montélimar, Livron,
St-Nazaire, Pont-en-Royans (Mittagessen im Hôtel Beau Rivage hervorragend und mit schönem Blick auf die Bourne:
Vater Pastete im Teig, Truite meunière, Kalbskotelett und Früchte, Mutter Pâté, Boeuf bourguignon und scharfes
Gemüse, ich Pâté, Rôti de Porc und Käseplatte, Vichy, Landwein, total 75.20 FF), Fahrt die Gorges de la Bourne
hinauf (senkrechte Felswände von 200 Meter Höhe kommen der Strasse und dem Fluss immer näher, am Schluss ist die
Strasse in den Fels eingemeisselt und der Fluss fliesst in schwindererregender Tiefe, La Balme-de-Rencurel, Route
des Ecouges, Col de Romeyère 1074 m.ü.M. mit Aussichtspunkt ins Isère-Tal, wo sich ein Wasserfall über den
senkrechten Fels stürzt, dessen Schichtstufen pfeilförmig zusammenlaufen, dann weiter über St.Gervais, L'Albenc,
Voiron, steile Strasse nach Les Abrets, Aoste, St.Genix, Tunnel du Chat, Le Bourget-du-Lac (tanken), Aix-les-Bains,
Annecy, St.Julien (Rückstau vor Zollübergang, Wartezeit 10 Minuten), Plan-les-Ouates (tanken), Autobahn N1/N9 bis
Lausanne-Vennes, Epalinges (Gutes Nachtessen in der Auberge de l'Union: Eltern je Käseschnitte und Tee, ich Spiegel-
eier mit Schinken und Cola, Vater Rotewein Salvagnin, total 23.50), Moudon, Avry-sur-Matran, Autobahn N12 bis zu
ihrem vorläufigen Ende in Thörishaus, Bern, Autobahn N1 bis Zürich, Schwamendingen, Autobahn N1 bis Winterthur-Töss,
Ankunft in Winterthur 22:50.
Landschaftsbeschreibung: Knorrige Rebstöcke zwischen Aigues-Mortes und Nîmes, später an den Hügeln auftauchende
Kalkfelsen, in deren Umgebung Büsche und Laubbäume wachsen. Das flache, grüne Rhonetal ergötzt das Auge kaum, dafür
die Gorge de la Bourne und die voralpine Landschaft (kleine Weideflächen zu beiden Seiten der Strasse, steile Hügel-
kämme) der Route des Ecouges. Das Tal der Isère ist voll kahler Äste der Nussbäume, die dieser Landschaft einen so
melancholischen Anstrich geben, dass wir froh sind weiterfahren zu können. Hübsch ist die Strecke von St.Genix nach
Yenne der Rhone nach, wo die Laubbäume gut mit der teils ockerfarbenen Erde harmonieren und den Fluss manchmal durch-
schimmern lassen. Sonst bis Annecy für den Begriff eines Schweizers "Normallandschaft" mit weidenden Kühen, nachher
keine Landschaftsbeschreibung mehr möglich wegen Dunkelheit.